Essstörungen
In den folgenden Ausführungen werden nur die beiden Krankheitsbilder die Magersucht oder Anorexie und die Ess-Brechsucht oder Bulimie im Detail besprochen; auf andere krankhafte Essstörungen wie Pica (Essen von Dingen, die keine Nahrungsmittel sind), Rumination (Hervorwürgen von gegessener Nahrung), psychogenen Appetitverlust (Appetitverlust aufgrund psychischer Probleme), Nahrungsaversionen, "Binge eating" (Essanfälle, die aber nicht im Rahmen einer Bulimie passieren), "Night eating syndrome" (nächtliche Essanfälle), und der große Bereich der Essstörungen, die zu Übergewicht führen wird hier nicht speziell eingegangen.
Ab welchem Zeitpunkt weiß man, dass man an einer ernstlichen Essstörung erkrankt ist?
Wenn man nicht mehr unbeschwert nach Hunger und Sättigung und mit Genuss essen kann, sondern das Essen immer belastet ist mit Nachdenken, Überlegen, schlechtem Gewissen und wenn die Waage oder das Kalorienzählen zu wichtigen Begleitern im Alltag werden.
In Österreich leiden ca. 100.000 Frauen im Alter von 15-20 Jahren laut Dr. De Zwaan (Leiterin der Ambulanz für Essstörungen am AKH Wien) an abnormem Essverhalten.
Ca 2-3% der Schülerinnen leiden an krankhaftem Diätwahn
Ca 2-3% der Schülerinnen leiden an krankhaftem Diätwahn
Eine optimale Ernährung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung, für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Optimal bedeutet, dass die tägliche Nahrung den Ansprüchen des (wachsenden) Organismus gerecht wird und zwar hinsichtlich Menge (Energiezufuhr) und Zusammensetzung (Nährstoffzufuhr).
Essen nach biologischen Bedürfnissen bezüglich Hunger und Sättigung und bedarfsgerechter Nahrungsauswahl. Eine aktuelle Studie vonn Sportwissenschaftlern der Universität Karlsruhe ergab, dass sechs bis zehn Jahre alte Schüler 23 Stunden pro Tag sitzen, liegen oder stehen, während sie nur 1 Stunde Pro Tag körperlich aktiv sind.

"Du siehst gut aus" wird fast als Beleidigung zumindest aber als Verunsicherung (habe ich vielleicht zugenommen?) empfunden und "Essen wird zunehmend zur Ursache für Stress und Schuldgefühle" hat der amerikanische Psychologe Paul Rozin festgestellt (GEO WISSEN, 2001, Seite 3).Kollektives Diätverhalten - selbstverständlicher Bestandteil des Alltags - führt in weiterer Folge zu einem negativen Kreislauf von Stoffwechselumstellungen, Überschreiten der jeweiligen Diätgrenzen und nachfolgender Gewichts-zunahme sowie Beginn neuerlicher Diät etc.
Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation - AVM, Paris-Lodron-Straße 32, 5020 Salzburg, Österreich