Was sind Angststörungen?
Bei vielen psychischen Problemen spielt Angst eine maßgebliche Rolle. Auf dieser Seite erfahren Sie, wann man von einer Angststörung spricht und welche Arten von Angststörungen man kennt. Von hier können Sie zu den Seiten springen, die die einzelnen Angststörungen genauer beschreiben, und dort erfahren, welche Methoden in der Behandlung dieser Störungen von VerhaltenstherapeutInnen eingesetzt werden.
Angst ist eine natürliche und wichtige Emotion
Angst ist eine natürliche und wichtige Emotion, die uns im Laufe der Evolution als auch unserer persönlichen Entwicklung immer wieder auf Gefahren hingewiesen hat und damit einen wichtigen Beitrag zum Überleben leistet. Wir haben etwa seit Tausenden von Jahren Angst vor großen Raubtieren, und das ist wohl weiterhin gut so.
Wenn sich auch die Gefahren innerhalb dieser Jahrtausende stark verändert haben, gibt es heute nach wie vor Situationen, in denen Angst eine wichtige Funktion besitzt. So ist ein gewisses Maß an Angst sinnvoll, wenn wir unerwartete oder unerklärliche körperliche Symptome wahrnehmen. Ein wiederkehrender plötzlicher Schmerz in der Brust mag Angst auslösen und führt uns dazu, einen Arzt aufzusuchen, der mögliche Krankheiten feststellen kann. Damit können schlimmere Konsequenzen verhindert werden.
Wenn Ängste das Leben einengen - Angststörungen
Allerdings kommt es vor, dass unser Sensor für Bedrohungen zu empfindlich geworden ist. Dann wittern wir Gefahr in Situationen, in denen objektiv keine oder nur unwahrscheinlich geringe Bedrohung besteht. Wir erleben Angst zu häufig und meistens unnötig. Sie ist damit keine Hilfe bei Problemen mehr, sondern wird selbst zum Problem.
Von einer Angststörung spricht man, wenn häufige, langandauernde und unrealistische Angst zu deutlichem Leiden bzw. zu deutlicher Beeinträchtigung in der normalen Lebensführung einer Person führt.
Diese Beeinträchtigungen können den Beruf, die Privatsphäre oder den Freizeitbereich einer Person betreffen. Je nach Art der Angst unterscheidet man dabei verschiedene Angststörungen.
Wie häufig sind Angststörungen?
Im Laufe ihres Lebens leiden ca. 11-12 von 100 Personen an einer Angststörung. Damit gehören Angststörungen mit Depressionen zu den häufigsten psychischen Störungen. Mit Problemen dieser Art haben also viele Menschen zu kämpfen, und dies oft über Jahre, ohne effiziente Unterstützung zu bekommen.
Warum gibt es so viele Menschen, die Angst vor Schlangen, Hunden oder Spinnen haben? Warum gibt es (bis auf wenige Ausnahmen) keine "Kaninchen-Phobiker" oder Personen, die vor gelben Autos Angst haben? Forscher gehen davon aus, dass die Evolution uns für bestimmte Ängste empfänglich gemacht haben, weil dadurch unser Überleben geschützt wurde. Ängste vor gefährlichen Tieren entwickeln sich auch heute noch schnell und sind schwieriger wieder los zu werden als andere Ängste, weil wir genetisch darauf vorbereitet wurden.
Ist Angst vererblich?
Tatsächlich kann man feststellen, dass eine gewisse Veranlagung zu stärkerer Ängstlichkeit (allgemeiner wird dieses Persönlichkeitsmerkmal "Neurotizismus" genannt) genetisch vererbt werden kann. Aber was bedeutet das tatsächlich? Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass der Anteil der Vererbung für "Neurotizismus" bei ca. 30-35% liegt. Das bedeutet zum Einen einen deutlichen Einfluss von Genen auch auf unsere Ängstlichkeit, zum anderen sind jedoch 65-70% NICHT durch Vererbung erklärbar. Wir lernen Angst, d.h. wir können sie auch wieder VERLERNEN
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