Was sind Psychische Störungen?
Jeder Mensch erlebt immer wieder Belastungen, die seine Lebensqualität vorübergehend beeinträchtigen. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Schwierigkeiten in der Beziehung, Verlusterlebnisse, Erziehungsprobleme und damit verbundene Stimmungsschwankungen sind eher die Regel, denn die Ausnahme.
Bei einem großen Teil der belasteten Personen bleiben diese Schwierigkeiten in einem erträglichen Rahmen. Diesen Personen gelingt es, die Belastungen zu bewältigen und Wohlbefinden wieder herzustellen. So erleben wir alle immer wieder mal deprimierte, niedergeschlagene Stimmungen, die jedoch für die Mehrheit der Personen nicht sehr tief sind bzw. nicht sehr lange andauern.
Ein Teil der Betroffenen ist jedoch durch zu starke Belastungen überlastet. Die Bewältigungskapazität einer Person ist nicht mehr ausreichend, um mit den Schwierigkeiten fertig zu werden. Belastungen führen nicht automatisch zu psychischen Symptomen wie Depression oder Angst. Erst bei Überforderung kommt es zu sichtbaren Auswirkungen. Psychische Störungen können die Folge sein.
Psychische Störungen werden erst dann als solche bezeichnet, wenn die Person oder deren Umwelt durch die Störung deutlich in ihrem sozialen, beruflichen und privaten Leben eingeschränkt ist
So gibt es viele Menschen, die eine gewisse Angst vor bestimmten Tieren, Höhen oder eine gewisse Angst vor öffentlichen Auftritten haben (z.B. Reden halten). Diese Angst ist jedoch nicht so stark ausgeprägt, dass sie zu einer deutlichen Beeinträchtigung des täglichen Lebens führt. In diesem Fall würde man von keiner Störung sprechen. Wenn eine Person jedoch beruflich häufig in der Öffentlichkeit stehen muss (z.B. ein Lehrer) und plötzlich große Angst vor den Unterrichtsstunden bekommt, die ihn in seinem Beruf deutlich einschränkt, würde man dies als eine Sozialen Phobie (siehe Angststörungen) betrachten. Auch bei deutlichen Einschränkungen im privaten Bereich würde man von einer Störung sprechen, wenn die Angst zu Rückzug von Hobbies und Interessen führt und die Person deutlich darunter leidet.
Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über häufig vorkommende psychische Störungen. Dieser Überblick soll Ihnen helfen, zunächst einmal eine grobe Zuordnung Ihrer Schwierigkeiten (bzw. der Schwierigkeiten Ihrer Angehörigen) treffen zu können. Hier finden Sie auch einige Zahlen zur Häufigkeit des Auftretens. Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen an psychischen Störungen leiden. Die einzelnen Störungsbilder werden dann auf den entsprechenden Seiten genauer dargestellt.
Bitte beachten Sie, dass Menschen nicht nur an einer einzelnen Störung leiden können. So kommen etwa Depressionen und Angststörungen sehr häufig gemeinsam vor. In diesem Fall ist es sinnvoll, sowohl bei Depressionen als auch bei Angststörungen nachzulesen, um Informationen über geeignete psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen zu bekommen. Bitte beachten Sie auch, dass eine sinnvolle Diagnose nur von einem Experten gestellt werden kann und soll (d.h. Psychotherapeut, Psychologe, Psychiater) Die dargestellten Informationen stammen aus den beiden gebräuchlichen internationalen Diagnosesystemen (ICD-10 und DSM-IV).
Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation - AVM, Paris-Lodron-Straße 32, 5020 Salzburg, Österreich